Sandra Bierenbrodt, Auszubildende zur Kauffrau im Gesundheitswesen, ab Herbst Verwaltungsmitarbeiterin in der TGJ

"In den Stiftungen ist es im Gegensatz zu anderen Ausbildungsbetrieben sehr vielfältig"

Sandra Bierenbrodt ist 22 Jahre jung. Nach drei Jahren Ausbildung zur „Kauffrau im Gesundheitswesen“ beginnt sie im Herbst eine Teilzeitstelle in der Verwaltung der TGJ und startet ein berufsbegleitendes Studium.

Frau Bierenbrodt, Sie stehen kurz vor Ihrem Ausbildungsabschluss. Wie geht es Ihnen?

Die Zeit ist so schnell vorbeigegangen! Ich hatte so viel Abwechslung in den drei Jahren.

Sie haben viele Einrichtungen der Stiftungen durchlaufen. Welche?

Fünf Stationen haben sich immer wieder abgewechselt. Gestartet bin ich in der Hauptverwaltung der Stiftungen, im Rechnungswesen. Dann war ich mehrmals in den Suchthilfeeinrichtungen, insbesondere in der TGJ Therapeutischen Gemeinschaft Jenfeld, aber auch im Fachkrankenhaus Hansenbarg. Auch in der Kinder-, Jugend- und Eingliederungshilfe war ich immer wieder. Und sehr oft hatte ich auch Einsätze in der Verwaltung des Pflegedienstes Norzel. Die Stationen waren jeweils mehrere Monate lang. Dort habe ich während dieser Zeit viel gelernt.

Was waren Ihre Aufgaben?

Das Tolle war: Ich hatte von Anfang an eigene Tätigkeiten. So musste ich z.B. in der TGJ gleich ans Telefon gehen und Auskünfte erteilen, Anmeldungen managen, Aufnahmen durchführen etc. Der Großteil waren aber die Abrechnungen mit Rentenkassen, der Eingliederungshilfe und Krankenkassen.

Auch in der Kinder-, Jugend und Eingliederungshilfe waren Abrechnungen meine Hauptaufgaben.

Im Pflegedienst war ich auch immer am Telefon und habe Auskünfte erteilt. Falls jemand ins Krankenhaus oder zum Arzt musste, habe ich das mit Transportdienstleistern gemanagt. Bei Hausärzten mussten Verordnungen bestellt und teilweise abgeholt werden. Und natürlich gab es auch hier die Abrechnungen mit Pflegekassen, Krankenkassen und Selbstzahlern.

In der Hauptverwaltung war ich hauptsächlich in der Kreditorenbuchhaltung eingesetzt, also in der Verarbeitung von Eingangsrechnungen. Aber auch beim Jahresabschluss habe ich geholfen und an kaufmännischen Projekten mitgearbeitet.

War das nicht viel zu lernen und aufzunehmen - neue Rolle, neue Menschen, neue Teams?

Das stimmt, aber ich war ja immer etwas länger in der jeweiligen Einrichtung. Da habe ich mich schnell an alle und alles gewöhnt und mich zugehörig gefühlt.

Wie wurden Sie während der Ausbildung betreut?

Ich hatte vor Ort immer eine*n festen Ansprechpartner*in, quasi eine*n Ausbilder*in vor Ort. Und in der Hauptverwaltung war mein Hauptausbilder, der mich in die jeweiligen Bereiche eingeteilt hat und immer für mich ansprechbar war.

Was war die schönste Etappe und warum?

Mir hat es überall da gefallen, wo die Zugehörigkeit und das Teamgefühl sehr groß sind. Wenn sich alle ein bisschen näherstehen, macht mir die Arbeit mehr Spaß.

Was waren die besten Aufgaben?

Ich fand es am besten, wenn man nicht weiß, was alles ansteht an einem Tag. Man plant zwar, aber es kommt immer so viel an aktuellen Aufgaben dazwischen. So ist der Tag immer sehr abwechslungsreich und nie langweilig.

Anfangs, haben Sie einmal berichtet, waren Sie noch recht schüchtern?

Ja, aber da wurde ich dann ins kalte Wasser geschmissen. Vom ersten Tag an musste ich Auskünfte am Telefon geben. Ich habe gemerkt: Ich kann das. Ich muss auch nicht alles wissen. Ich kann zurückrufen, wenn ich mich erstmal erkundigen muss. So bin ich immer souveräner geworden. Überhaupt war es gut, dass ich sehr schnell zu einer fast vollwertigen Arbeitskraft geworden bin und wertgeschätzt wurde. Je länger die Ausbildung ging, umso mehr wusste ich und umso mehr wurde meine Arbeitskraft angefragt.

Wie sind Sie eigentlich zur Stiftung gekommen?

Nach dem Abi 2017 habe ich einen Bundesfreiwilligendienst gemacht, um zu sehen, ob der Bereich zu mir passt. Dabei war ich im Max Brauer Haus, einer Seniorenwohnanlage der Stiftung. Als ich dann das Angebot zur Ausbildung bekommen habe, war die Entscheidung einfach.

Wie lief der schulische Teil der Ausbildung? Gab es Unterschiede zwischen Ihnen und den anderen Auszubildenden?

Ich war 2x in der Woche in der Schule, 12 Stunden insgesamt. Gelehrt werden dort kaufmännische Fächer: Buchhaltung, Kosten- und Leistungsrechnung, Personal, aber auch spezifische Fächer der Gesundheitsbranche und Wirtschaftspolitik. Im Betrieb war ich für die Abrechnung der Pflege und für Rehamaßnahmen zuständig, aber ich hatte auch viele buchhalterische Aufgaben. So konnte ich die Theorie und die Praxis gut verknüpfen. Auch ins Personalwesen habe ich reingeschnuppert. So konnte ich in der Schule viele Verknüpfungen zum Betrieb finden und in der Praxis umsetzen.

Das war ein großer Unterschied zwischen mir und den anderen Azubis. Die anderen kamen hauptsächlich aus Krankenkassen oder Krankenhäusern, aber kein anderer Arbeitgeber hatte so viele vielfältige Angebote im Gesundheitswesen wie meiner.

Sie waren auch im Ausland?

Ja! Das war super. Im zweiten Lehrjahr gab es die Möglichkeit zu einem Auslandspraktikum, finanziert durch das Studien-Programm Erasmus. In meinem Fall war das eine Gruppenreise nach Dublin mit anderen Mitschüler*innen. Ich wurde dafür freigestellt, das war optimal. In Irland war ich in einem Betrieb, der Recruting gemacht hat, hauptsächlich für Krankenschwestern aus dem Ausland wie Indien oder Osteuropa. Wir haben dort in Gastfamilien gewohnt. Ich kann das nur empfehlen, wir haben gemeinsam mit der Gruppe einiges unternommen, es hat sehr viel Spaß gemacht.

Sind Sie insgesamt zufrieden mit Ihrer Ausbildung? War es die richtige Entscheidung?

Eindeutig ja!

Was raten Sie anderen Interessierten? Warum sollte man sich gerade in den Stiftungen bewerben?

Wie gesagt, in den Stiftungen ist es im Gegensatz zu anderen Ausbildungsbetrieben sehr vielfältig. Man muss da ehrlich zu sich sein. Denn ich finde, vieles an der Ausbildung ist abhängig davon, welcher Typ man ist. Wer Lust hat, viel Kontakt zu Menschen zu haben, für den ist diese Art der Ausbildung mit den Stationen in vielen Bereichen genau richtig. Wer gerne in einem festen Team an einem Ort arbeitet, für den eignet sich eine Ausbildung besser, die nur in der Hauptverwaltung stattfindet. Da wird ja zur Bürokauffrau bzw. zum Bürokaufmann ausgebildet.

Wie geht es nun für Sie weiter?

Im Herbst beginne ich ein berufsbegleitendes Studium im Gesundheits- und Sozialmanagement an der "FOM Hochschule für Berufstätige“ und habe für eine 20-Stunden-Stelle in der TGJ unterschrieben. Das ist natürlich super für mich. Ich freue mich, dass ich übernommen werde.

Warum setzen Sie noch ein Studium auf die Ausbildung drauf?

Ich möchte mich weiterbilden. Ich will vielleicht mal Verwaltungsleitung oder Einrichtungsleitung werden. Das ist mein Ziel. Da brauche ich aber noch mehr Wissen.

Liebe Frau Bierenbrodt, wir freuen uns sehr, Sie nach der Ausbildung als Mitarbeiterin behalten zu können! Alles Gute für Ihr Studium.

Dieses Gespräch führten wir im April 2021

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