15.03.2018

Bundesfreiwilligendienst im Max Brauer Haus

"Jetzt bin ich mir bei der Berufswahl sicher"

Sandra Bierenbrodt (l.) und Joanna Tobschall, unsere beiden aktuellen Bundesfreiwilligen

Die Antworten kommen wie aus der Pistole geschossen. „Was macht euren Bundesfreiwilligendienst so besonders“, haben wir drei junge Frauen gefragt, die alle im Max Brauer Haus, einer Seniorenwohnanlage mit ambulanter und stationärer Pflege, arbeiten. „Eine Zeit voller Erlebnisse“ war das letzte halbe Jahr für Joanna Tobschall, 17 Jahre. „So bereichernd“ empfand die 23-jährige Annalena Blum ihre Zeit als Bundesfreiwillige. Und Sandra Bierenbrodt, 18 Jahre, findet, dass sich besonders „die Persönlichkeit weiterentwickelt.“

Joanna Tobschalls Weg in den Bundesfreiwilligendienst war typisch: Nach einem Schülerpraktikum in der Altenpflege war zwar ihr Interesse für diesen Beruf geweckt. Aber ob die Arbeit wirklich etwas für sie ist, dessen war sie sich nicht sicher. Ist der Beruf auf Dauer nicht eher langweilig? Um das für sich herauszufinden stieg sie nach ihrem Abschluss an der Stadtteilschule als Bundesfreiwillige in den Dienst im Pflege-Wohnbereich des Max Brauer Hauses ein. Ihre Aufgaben sind definiert als „unterstützende Tätigkeiten“. „Ich mache unsere Bewohner fertig für den Tag“, übersetzt Joanna Tobschall das in die Praxis: „Ich helfe beim Waschen, beim Anziehen und begleite zu Toilettengängen. Dann helfe ich bei der Essensvorbereitung, in der Alltagsbegleitung und bei Veranstaltungen. „Die Bewohner finde ich sehr interessant“, räumt sie mit dem Vorurteil der Langeweile auf „und sie können noch so viel“. Ihre Entscheidung nach sieben Monaten Bundesfreiwilligendienst: „Jetzt bin ich mir bei der Berufswahl sicher und beginne im Sommer meine zweijährige Ausbildung zur Gesundheits- und Pflegeassistentin im Max Brauer Haus.“

Sandra Bierenbrodts Bundesfreiwilligendienst hat einen anderen Schwerpunkt. Sie arbeitet hauptsächlich als Unterstützung der Verwaltung der Seniorenwohnanlage: Telefondienst, individuelle Beratung der Bewohner und erste Buchhaltungsarbeiten gehören zu ihren Aufgaben. Außerdem hilft sie der Seniorenbetreuerin z.B. bei Veranstaltungen und Ausflügen. Wie sie dabei erwachsener geworden ist, findet Sandra Bierenbrodt besonders toll: „Ich war anfangs ganz schön schüchtern. So viele Erwachsene um mich rum! Aber jetzt kann ich gut telefonieren, bin offener und suche Gespräche auch von mir aus. Auch meinen Eltern und Freunden fällt auf, wie ich mich verändert habe.“ Weil alles so gut läuft hat Sandra Bierenbrodt sich entschlossen, ab Sommer d.J. eine Ausbildung zur Kauffrau im Gesundheitswesen bei der Alida Schmidt-Stiftung, dem Träger des Max Brauer Hauses, zu beginnen. Würde sie einen Bundefreiwilligendienst weiterempfehlen? „Klar“, sagt sie, „es ist gut um ins Arbeitsleben einzusteigen und seinen Weg zu finden.“

Annalena Blum ist schon einen Schritt weiter. Sie absolvierte ihren Bundesfreiwilligendienst vor über drei Jahren, nach dem Abitur. Anfangs war sie in der Stationsküche des Max Brauer Hauses tätig. Später durfte sie bei der Pflege und der Alltagsbegleitung der Bewohner helfen. „Ich hatte nie einen Tag, wo ich nicht gerne zur Arbeit gegangen bin“, erzählt Annalena Blum. „Also bin ich geblieben und mache in diesem Frühjahr nach drei Jahren Ausbildung meine Prüfung zur Altenpflegerin.“ „Keinen Tag“ hat Frau Blum die Ausbildung bereut. Sie räumt auch mit einem unter jungen Leuten verbreiteten Vorteil auf: „Viele fragen, warum ich nicht Krankenschwester geworden bin. Der Beruf hat ein viel höheres Ansehen. Aber ich habe mich bewusst für die Altenpflege entschieden, weil man die Patienten hier über einen längeren Zeitraum, manchmal auch jahrelang pflegt.“ So entstehen Beziehungen. Da liegt die Frage nahe, ob die 23-Jährige mit dem Thema Tod klarkommt. „Ja“, nickt sie ernst, „ich habe gelernt, damit umzugehen.“ Und was sind die Highlights des Berufs: „Wenn Leute aus dem Krankenhaus zu uns kommen und durch gute Pflege und eigenen Willen nicht mehr bettlägerig sondern wieder mobil sind – das ist sehr schön!“

Der Bundesfreiwilligendienst ist ein Angebot an Frauen und Männer ab 16 Jahre, sich außerhalb von Schule und Beruf für ein Jahr für das Allgemeinwohl zu engagieren, z.B. im sozialen Bereich. Über die Angebote des Max Brauer Hauses informiert gerne Leiterin Regina Jäck, Telefon 040 / 64 21 56 – 0.

Ein Bundesfreiwilligendienst ist auch in anderen Seniorenwohnanlagen der Stiftungen möglich, ebenso in unseren Suchthilfeeinrichtungen. Lesen Sie mehr dazu hier

Kopfgrafik Alida Schmidt-Stiftung
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